Nach der Komfortzone Australien waren wir nicht genau sicher, was uns in Asien erwarten würde. Natürlich waren wir schon einige Male hier und mit den Philippinen haben wir sie nun alle bereist - die Länder Südostasiens. Es fällt uns in der Tat etwas schwer, dieser mit rund 7‘000 Inseln grosse Archipel zu beschreiben. Man spürt extrem stark die 300jährige Kolonialzeit der Spanier, welche erst Ende des 19. Jahrhunderts zu Ende ging. In der philippinischen Sprache findet man denn auch zahlreiche spanische Wörter sowie eine (wenn auch zum Teil etwas verfallene oder durch Erdbeben zerstörte) iberische Architektur aus jener Zeit. Das ist eher seltsam und spannend zugleich. Auch die Amerikaner haben hier etliches hinterlassen. Die Philippinen waren im 2. Weltkrieg für die USA strategisch von wichtiger Bedeutung, als Gegenleistung "schenkten" sie den Philippinos ihre Sprache (die Mehrheit der Leute spricht mehr oder weniger gut englisch und die Strassenschilder, Hotels, Shops, Restaurants etc. sind meist in englischer Sprache angeschrieben – sehr angenehm für Touristen wie wir). Auch das im allgemein in Südostasien herrschende Chaos findet man hier viel weniger als zum Beispiel in Indonesien, Vietnam oder Myanmar. Allerdings ist das Essen sehr deftig und unter uns gesagt nicht so nach unserem Gusto – die Philippinen sind wahrlich eigenartig und einzigartig.
Da wir zum Ende der Trockenzeit, resp. im Übergang zur
Regenzeit (welche auf den Philippinen sehr heftig und mit häufigen Zyklonen
ausfällt) dort waren, hatten wir mit den klimatischen Verhältnissen ziemlich zu
kämpfen. Der Tagesdurchschnitt lag bei 38° C (mit der hohen Luftfeuchtigkeit waren
das gefühlte 45°C), in der Nacht ging es nicht unter 32°C. Eine Klimaanlage im
Hotel war „überlebenswichtig“. Zum Glück befanden sich einige der sehenswerten
Orte in den Bergen von Nordluzon (ca. 1‘500 M.ü.M) mit angenehmen 25°C. Hier
haben wir uns gerne und etwas länger aufgehalten und dabei ganz kuriose Sachen
gesehen. Habt ihr je schon von hängenden Särgen gehört? Wir auch nicht und
darum hier eine kleine Einführung. Es handelt sich um etwa 1,80 m lange und bis
zu 100 kg schwere Sarkophage aus ausgehölten Pinienstämen mit langen
Holznägeln, welche in den Kalkfelsen festgepflockt und teilweise zusätzlich mit
Seilen gesichert werden. Mögen diese Begräbnisstätten auch eher morbiden
Rumpelkammern gleichen, den Igorot (das Volk der Eingeborenen) gelten sie als
heilige Stätte, welche auch heute noch Verwendung findet. Was es nicht alles
gibt auf der Welt. Apropos, habt ihr euch beim Reisessen auch schon mal
überlegt, woher dieses Getreide überhaupt kommt? Wir haben hier auf den
Philippinen Reisterassen gesehen, welche mehrere hundert Jahre alt sind und als
wahre Kunstwerke gelten. Zum Teil sehen diese Landschaften aus wie grüne
Amphitheater – majestätisch, lieblich, unbeschreiblich schön. Zum Glück kümmert
sich die UNESCO um diese Sehenswürdigkeit, ansonsten würde es sie
wahrscheinlich schon in ein paar Jahren nicht mehr geben. Die jungen Leute
verdienen heute mit dem Tourismus besseres und schnelleres Geld als mit der
aufwändigen Arbeit als Reisbauer. Auf unserem Luzontrip verbrachten wir auch zwei
Tage in der schwülen, stickigen, heissen, chaotischen und verkehrsreichen
Metropole Manila. Man muss es gesehen haben aber nach zwei Tagen waren wir
raus, zu sehr wurden unsere Bronchien mit CO2 belastet. Nun haben wir für die
letzten paar Tage dafür den Garten Eden gefunden, vor allem unter dem Wasser.
Die Verde Island Passage zwischen Luzon und Mindoro gilt als eines der
artenreichsten Gebiete der Erde – über 300 Korallen- und 3‘000 Fischarten
wurden hier bereits gezählt. Kaum irgendwo anders gibt es mehr
Unterwasserlebewesen pro Kubikmeter Wasser als hier. Die Tauchspots gehören zu
den Top Ten der weltweit besten Tauchplätze. Für den frisch zertifizierten
Taucher von Jack Daniel’s ist das ein wahrer Tummelplatz, zwei Tauchgänge pro
Tag während einer ganzen Woche, toll, toll, toll….
Nächste Woche fliegen wir nach Kuala Lumpur in Malaysia und
anschliessend weiter nach Indonesien. Das Programm für dieses Land steht nicht vollständig, wir müssen noch etwas daran feilen. Auf was wir gar keine
Lust haben, sind komplizierte und lange Busreisen, komische Orte und schmuddelige
Unterkünfte. Auf was wir hingegen mehr Lust haben sind etwas längere
Aufenthalte an den einzelnen Orten in gemütlichen und heimeligen Gästehäuser,
wo wir etwas verweilen können, mit dem Resultat, dass wir vielleicht halt nicht
alles sehen, was man sehen „müsste“. Weniger ist mehr, sagen wir uns, und
setzen unsere Reise motiviert fort.
Wir sind nun knapp sieben Monate unterwegs und biegen langsam aber sicher in eine der letzten Runden ein. Wir kommen noch nicht gerade nach Hause, aber es wird bei weitem nicht mehr so lange dauern, wie es schon gegangen ist J.
| wie in alten Zeiten |
| Kastillien in Südostasien |
| Pet-Entsorgung auf philippinische Art |
| wahrscheinlich ist es der kleinen auch etwas zu heiss |
| na ja, eben die Geschichte mit dem Essen |
| die Höhlenforscher sind am Werk |
| Särge an der Mauer statt im Boden - seltsam |
| und weiter geht's mit einem der lustigen Verkehrsmittel |
| Fleischtrocknerei einmal anders und mit CO2 angereichert |
| man sagt, es sei das 8. Weltwunder |
| und es ist wirklich traumhaft schön und idyllisch dort oben |
| Jeepneys sind die "inoffiziellen" Busse der Philippine |
| auch Manila hat spanische Vergangenheit |
| und ein mega Verkehrschaos |
| so fährt er halt gegen den Strom |