Ganz ehrlich, am liebsten wären wir noch ein wenig auf Bali geblieben, hätten gerne noch ein paar angenehme Wochen genossen und uns dann auf den Heimweg Richtung Schweiz gemacht. So mussten wir uns selber ein wenig für die Weiterreise nach Sri Lanka motivieren. Nicht, weil dieses Land nicht spannend und interessant wäre, nein, weil wir befürchteten, dass die Reise durch diese Insel im Indischen Ozean ziemlich sicher noch einmal aufwändig und beschwerlich werden würde. Als wir dann noch erfuhren, dass für den Trip in den Norden keine Zugtickets mehr erhältlich sind, war der Kessel definitiv geflickt – es erwartete uns eine erste Fahrt in einem Bus des 1958 gegründeten „Sri Lanka Transport Board“, kurz auch „Monster“ genannt.
Wir landeten in Colombo, bezogen ein tolles Gasthaus, erkundeten die Metropole in einem ausgedehnten Spaziergang und, ob ihrs glaubt oder nicht, ergatterten uns am Abend noch ein 1-Klasse Ticket mit dem Zug, scheinbar hatte jemand seine Fahrscheine zurückgebracht. Die Vorzeichen für den weiteren Verlauf der Reise waren also sehr gut. Die ersten paar Tage gingen wir auf Entdeckungstour im kulturellen Dreieck. In dieser Region befand sich über 1'500 Jahre das Zentrum von Sri Lankas Zivilisation. Vier der acht UNESCO-Welterbestätten liegen nicht mehr als 100 km voneinander entfernt. Diese Orte waren magisch, einzigartig und überwältigend, die Hitze hingegen schier unerträglich. So plangten wir fast täglich darauf, dass wir endlich ins Hochland reisen können. Auf einer Höhe zwischen 1'200 und 1'900 M.ü.M war die Luft dann auch klarer und frischer, und manche Ecke erinnerte uns ans die geliebte Heimat. Es muss den englischen Kolonialherren, welche das Land bis 1948 unter der britischen Krone regiert haben, ähnlich ergangen sein. Gerne entflohen sie der Hitze im Tiefland um sich in den höheren Lagen zu erholen. Das brittische Erbe ist in Sri Lanka noch allgegenwärtig, in gewissen Orten hatte man sogar das Gefühl, dass die Engländer erst gerade vor ein paar Wochen abgezogen wären. Unser Fortbewegungsmittel war mehrheitlich der Zug und damit äusserst komfortabel. Seit den Pionierjahren der Eisenbahn in Sri Lanka um 1865 scheint sich nicht viel geändert zu haben. Zwar sind die meisten Dampfloks durch Diesltriebwagen ersetzt worden, doch immer noch tuckern die Züge gemächlich durch die Lande und ächzen im Hochland die steilen Trassen hinauf – das ist Nostalgie pur! Und dann kamen wir zum bekanntesten Exportgut der Insel – dem Ceylon Tea. Wir haben auf unseren Reisen immer wieder Teeregionen besucht aber das hier übertrifft alles. Man fährt stundenweise durch Teeplantagen, sieht den Pflückerinnen zu und geniesst am Abend ein Tässchen dieser wohlduftenden Essenz. Das sind Augenblicke, welche tief auf uns wirken und uns erklären, wieso Sri Lanka bei so vielen Reisenden zur Topdestination gehört und eigentlich ein "must do" ist.
Für uns geht es übermorgen wieder runter vom Hochland - zum Abschluss gönnen wir uns etwas ganz besonderes. Wir leisten uns in einem kleinen Resort eine zehntägige Ayurvedakur und wollen so unserem Körper und unserer Seele etwas für die zum Teil doch auch anstrengende Reise zurückgeben. In Vorbereitung zur Kur hatten wir in Sri Lanka ideale „Trainingsbedingungen“. Alkohol kriegt man auf der Insel fast nur ilegal und zu Wucherpreisen, also liessen wir es ganz sein. Da der Tee dominiert, kann man den Kaffee kaum trinken, auch hier lebten wir zwei Wochen abstinent. Zu guter Letzt ist das Essen in Sri Lanka fast ausschliesslich vegetarisch (und äusserst lecker), da brauchte es für uns gar kein Fleisch. Das Resultat ist erstaunlich, wir schlafen wie Murmeltiere, haben Energie zum Bäume ausreissen und sind erholt wie nur etwas – wie wird das wohl nach der Kur noch rauskommen?
In zwei Wochen fliegen wir nach Hause und freuen uns auf euch liebe Leser. Den Blog schliessen wir damit aber nicht. Wir haben noch das eine oder andere im Köcher und Jack Daniel’s worldtrip ist somit noch nicht zu Ende. Wir bleiben dran und ihr hoffentlich auch.
| bereit für die erste Zugsreise - wir haben Tickets |
| wir nehmen Kurs Richtung Norden |
| das Bahngleis dient auch noch anderen Zwecken |
| spirituelle Stimmung im kulturellen Dreieck |
| wunderschöne Tempel zieren das Bild |
| unterwegs sind wir auf modernen Bikes |
| wiederum eine andächtige Atmosphäre |
| die Pilger bei der Mittagspause |
| Rambutans haben wir kiloweise verschlungen |
| damit wir diese Felsenfestung erklimmen können |
| geschafft - der Aufstieg war äusserst schweisstreibend |
| diese Reise führt uns in die Berge |
| zum weltberühmten Ceylon Tee |
| Tea-Time, wie bei den Britten |
| sogar mit Pferderennbahn |
| mit dem Zug stundenweise durch Teehügel |
| und zu Fuss auf einen anderen Hügel |
| beim Abstieg einmal mehr an Teesträuchern vorbei |
| und zurück ins Dorf den Gleisen entlang |
| wunderbares Essen erfreut unser Gemüt |









