An alle High Potentials und Key Performer, Global Player und Opinion Leader, an Deep Diver und Innovation Driver, an alle Indoor Stepper und Power Napper, alle Urban Gardener und Facebook Farmer, an alle Laufbandläufer und Proteindrinktrinker, alle Insider und Upgrader, an all euch Meilen-Millionäre: "Macht erst mal ohne uns weiter."

Jack Daniel's - wir sind raus!

Mittwoch, 30. Dezember 2015

Nicaragua - City Trip

Etwas müssen wir über die Weiterreise ab Roatan an dieser Stelle noch anmerken. Der Flug in die Hauptstadt Tegucigalpa hat tip-top geklappt. In der Stadt angekommen, haben wir uns als erstes zu der Busgesellschaft begeben, welche uns am anderen Tag weiter nach Nicaragua bringen sollte. Der Bus sei schon lange ausgebucht, sagte man uns, jedoch hätte es am späten Nachmittag noch einen Zusatzbus. Dieser würde um 16.00 Uhr abfahren und um ca. 01.00 Uhr in Managua ankommen. Super, dachten wir, kauften das Ticket und stornierten gleichzeitig die bereits bezahlten und nicht rückerstattbaren Hotels in Tegucigalpa und Managua. Als der Bus nicht kam, die Ticketfrau immer komischer drein schaute und je länger je mehr nervöse Telefongespräche führte, ahnten wir böses. Genau, der Bus war scheinbar kaputt und alle anderen Buskompanien hatten ebenfalls keinen Platz mehr. Ein Weiterkommen nach Nicaragua schien in weite Ferne gerückt zu sein. Wir begaben uns ins (stornierte) Hotel und hielten Krisensitzung. Man muss hier anfügen, dass Tegucigalpa wahrscheinlich eine der gefährlichsten und ungemütlichsten Städte der Welt ist, hier wollten wir unter keinen Umständen Weihnachten feiern. An der Réception sagte man uns, dass es am kommenden Morgen um 05.00 Uhr doch noch einen Bus gäbe, man müsse aber um 04.00 Uhr dort sein, eine vorgängige Reservation sei nicht möglich – first come, first serve. So war für uns um 03.00 Uhr Tagwache und das vorbestellte Taxi brachte uns an den gewünschten Ort. Bis zum Schluss wussten wir nicht, ob es klappen würde aber ein guter Reisegott schien uns zur Seite gestanden zu sein – wir konnten mitfahren. In Nicaragua angekommen, mussten wir wiederum fast den Handstand machen, um ein Busticket für die Weiterreise in acht Tagen nach El Salvador zu kriegen. Über Busreisen in Zentralamerika könnten wir schon fast ein mehrbändiges Buch schreiben.

 

Die Weihnachtstage verbrachten wir gemütlich in zwei bezaubernden Städten. Das konservative Granada und das liberalere León sind sehenswerte Orte mit kolonialem Flair. Beide Städte bieten eine tolle Infrastruktur und liegen traumhaft inmitten einer Landschaft voller aktiver Vulkane. Viel haben wir dort nicht gemacht ausser einen Gang runter geschaltet, gelesen, rumgelaufen, fein gegessen, den einen oder anderen Tagesausflug unternommen, mit zu Hause geskypet und die Fäden an Danis Zehen rausziehen lassen. Frau Doktor ging nicht gerade zimperlich mit ihm um, er ist vor Schmerzen fast gestorben. Wir wollen euch nicht mit Fakten und Daten der Städte langweilen sondern legen lieber ein paar schöne Bilder bei.

 

Die Reise geht nun weiter nach San Salvador zum Silvester und anschliessend zurück nach Guatemala. Als wir heute wieder an einer Grenze länger warten mussten (um von Nicaragua nach El Salvador zu reisen, muss man zuerst in Honduras ein- bzw. wieder ausreisen) haben wir ausgerechnet, wie manchen Grenzübertritt wir in Zentralamerika bis am Schluss gemacht haben werden – nueve veces en total!!!

 

Bei dieser Gelegenheit wünschen wir euch liebe Blogleser/innen einen guten Rutsch ins neue Jahr und im 2016 viel Erfolg, „Gfröits“ und auch ein bisschen Schwein. Wir freuen uns, euch auch im kommenden Jahr aus der weiten Welt berichten zu können.

 

tolle Aussichten zum Jahresende
 
wir fühlen uns auf unserer Reise unglaublich frei
 
Achtung - Vortritt beachten!
 
Kirchen hat es wie Sand am Meer
 
Granada von der besten Seite
 
wunderbar aber heiss - 35 Grad!
 
...und einmal mehr an einer Grenze
 
das wünschen wir euch allen fürs 2016
 
 
 
 
 
 
 







 

Samstag, 19. Dezember 2015

Honduras - magische Orte

Inzwischen ist seit unserem letzten Eintrag wieder ziemlich viel gelaufen. Fangen wir mal ganz von vorne an.

 

Das Paradies, von dem wir das letzte Mal erzählt haben, liegt am Rio Dulce. Hier haben wir uns eine einfache aber unglaublich idyllische Unterkunft ausgesucht. Das Haus ist nur über den Wasserweg erreichbar, was für sich alleine schon speziell ist. Was aber fast ebenso interessant ist sind die Inhaber des Casa Perico. Es handelt sich um Florian und Bruno, welche vor ca. 15 Jahren ihre Sachen gepackt haben und von Root/LU nach Guatemala ausgewandert sind. Wenn zwei Weltreisende und zwei ausgewanderte Schweizer zusammen kommen, gibt es viel von der Heimat zu berichten. Dieser Ort war für uns in der Tat magisch.

 

Weiter ging die Reise mit Bussen über die Grenze nach Honduras. Der Trip war sehr beschwerlich, heisse "Chlimperibüs" ohne Klimaanlage und Sitze mit knappster Beinfreiheit. Am Abend  beim Bier haben wir zusammen gerechnet, wie manchmal wir den Bus wechseln mussten, resp. unsere Rucksäcke vom einen auf das andere Dach gezügelt haben - achtmal!

 

Der Aufwand hat sich aber bei weitem gelohnt - wir waren in Copan angekommen. Neben den bekannten Mayastätten, für welche der Ort bekannt ist, bietet Copan noch viel, viel mehr - sei es die friedliche Dorfatmosphäre, die Landschaft mit geschwungenen Hügel, die herzlichen Menschen, die angenehme Ruhe oder die  zahlreichen Kaffeeplantagen. In unserem Reiseführer steht, es sei die freundlichste Stadt in Honduras und es wird wohl stimmen. Auch hier spürt man einen Hauch Magie.

 

Die Reise zum nächsten Ort war wiederum aufwendig, lang und mühsam. In der Mitte des Trips mussten wir an einem besonderen Ort umsteigen - San Pedro de Sula. 2012 erhielt diese Stadt die traurige Auszeichnung als gefährlichste Stadt der Welt. Pro Tag passieren dort ca. 10 Morde und es herrscht ein verbitterter Bandenkrieg. Beim verlassen der Stadt wurden wir selber Zeugen einer Schiesserei. Das Gefühl war ziemlich mulmig und wir waren froh, als wir dort weg waren und an unserem neuen Ziel angekommen sind.

 

Was wir dort nun die letzte Woche erlebt haben, war noch einmal eine ganz andere Geschichte -  ziemlich schwierig in Worte zu fassen. Wir haben sechs Tage auf Roatan verbracht, eine Trauminsel in der Karibik. Dani wollte sich hier einen lang ersehnten Traum erfüllen und seinen Tauchschein machen. Beim ersten Schritt ins Wasser passierte es - ausgerutscht, mit dem Fuss am Geländer angeschlagen, der vordere Teil vom kleinen Zehen schaute nach rechts und der Knochen kam zum Vorschein. Das war es dann mit dem Tauchen, dachten wir. Zum Glück war der Zehe nicht gebrochen, so dass der Arzt ihn einfach wieder über den Knochen stülpen konnte und mit zwei Stichen fixierte. Dani macht die Ausbildung (in Englisch - war ziemlich anspruchsvoll...Fachausdrücke!) trotzdem und wurde gestern mit dem PADI Open Water zertifiziert. Auch für Jacqueline bedeutete dieser Ort viel mehr als nur Urlaub. Sie hatte in Roatan erfahren, dass sie Ihr Diploma of Advanced Studies mit einer Note von 5.5 abgeschlossen hat und sie konnte sich in dieser Umgebung (hoffentlich) von ihren belastenden Atemproblemen lösen. Die Woche in West End auf Roatan war für uns viel mehr als nur magisch, es war wahrscheinlich eine der schönsten, bereichernsten und befriedigensten Wochen unseres Lebens - halt eben schwierig zu beschreiben.

 

Morgen fliegen wir nach Tegucigalpa und reisen dann weiter nach Nicaragua und El Salvador. Es läuft also was und wir sind sicher, dass es wieder viel zu berichten geben wird.

 
 
 

Idylle pur im Dschungel und trotzdem etwas Heimat
 
hier fühlt man sich wirklich sehr wohl
 
ein weiterer ganz spannender Ort...
 
...wo man sich entweder so...
 
...oder so entspannen kann
 
bei dieser herrlichen Ruhe...
 
...lässt sich gemütlich ein Buch lesen
 
die Überfahrt auf Roatan war spektakulär...
 
...und erst dieser Tauchgang

geschafft...PADI Open Water certified, und dass bei warmem tropischen Gewitter

 
Roatan kriegt in unseren Herzen einen Ehrenplatz
 
 
 
 
 
 
 

Dienstag, 8. Dezember 2015

Guatemala - Abwechslung und viele Eindrücke

Eines vorweg, die Grenze von Belize nach Guatemala haben wir ohne Probleme und grössere Zwischenfälle gemeistert. Danke fürs Daumendrücken.

 

In Guatemala ist nun ab sofort wieder Spanisch angesagt – que lindo! Bereits schon am zweiten Tag erwartete uns mit Tikal ein erstes Highlight. Hoch aufragende Pyramiden recken sich über dem grünen Urwald. Brüllaffen schwingen sich in alten Bäumen von Ast zu Ast und machen dabei ihrem Namen alle Ehre, während die prächtig bunten Papageie und Tukane ihren kaum weniger beachtlichen Beitrag zu einer Kakaphonie aus Kreischlauten beisteuern. Das auffälligste Charakteristikum der antiken Mayastadt sind aber gewiss die steilwandigen Tempel, von denen einige über 60 Meter hoch sind. Dies ist wahrlich ein ganz besonderer Ort, keine Überraschung hat ihn die UNESCO schon seit langem auf ihrer Liste der Welterbe.

 

Im Anschluss an Tikal stand eine etwas längere Reise auf dem Programm. Wir wollten zum wohl schönsten Flecken in Guatemala – Semuc Champey. In einem Land wie die Schweiz, wo man nach der Pünktlichkeit der öffentlichen Verkehrsmittel die Uhr richtet, kann man sich kaum vorstellen, wie der guatemaltekische ÖV funktioniert. Fahrplanmässige Abfahrt um 08.00 Uhr mit einem kleinen Reisebus. Effektive Abfahrt um 09.00 Uhr mit einem ausrangierten Busli ohne Rückscheibe, ohne Licht und Sesseln ohne Rückenlehne – wir wussten sofort, dass dies in der Tat eine lange und beschwerliche Reise geben würde. Aus der vorgesehenen Reisezeit von 8 Stunden wurden dann auch 10 und irgendwann nach Einbruch der Dunkelheit kamen wir bei tropischem Regenfall mitten, aber wirklich mitten im Dschungel an. Im ersten Moment wussten wir nicht genau, was wir hier überhaupt genau machen, wir waren etwas ratlos. Nach zwei Bierchen in der sehr einfachen aber äusserst freundlichen Dschungellodge sah die Welt aber gleich wieder besser aus. Spätestens als wir am nächsten Tag das paradiesische Fleckchen Erde erkundeten, wussten wir, dass sich der strapaziöse Aufwand gelohnt hatte. Die Lage der Naturbecken ist traumhaft, das Wasser schimmert in allen Farbtönen zwischen Türkis und Smaragdgrün und ein Bad in diesen Pools inmitten von tropischem Regenwald ist der Wahnsinn.

 

Heute nun ging die Reise weiter Richtung Karibik. Nur soviel vorweg, wir sind (es mag langsam etwas abgedroschen klingen) erneut im Paradies gelandet - Details folgen.

wieder einmal warten wir auf einen Transport

und so sieht der guatemaltekische Fährverkehr aus

Bienvenidos a Guatemala - die Spielregeln in diesem Restaurant sind klar

hier spürt man die Energie der Antike

sogar einen Maya-König haben wir gefunden:-)

zuerst ein Schnappschuss aus unserem Dschungelcamp...
...dann die grandiose Aussicht vom Mirador...


...und schliesslich die verdiente Abkühlung im Paradies

gute Nachricht in die Heimat, der Kakao für die Weihnachtsschoggi ist bald trocken

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Belize - ein paar Episoden

Und dann ging es also los mit unserer Reise. Der Bus brachte uns ganz ordentlich an die mexikanische  Grenzstadt Chetumal. Als wir ausgestiegen sind, haben uns die Taxifahrer wie wild zugerufen, dass heute keine Busse mehr über die Grenze nach Belize fahren. Es sei ein Feiertag und daher wären alle Verbindungen eingestellt. Es gäbe nur Taxis für US$ 20.-- bis an die Grenze und nachher müssten wir selber weiterschauen. Sicherheitshalber haben wir dann trotzdem ein Taxi zur Bushaltestelle in der Stadt genommen, irgendwie glaubten wir diesen Leuten nicht so recht - und siehe da, jede Menge Busse nach Belize, alle bereit abzufahren (für rund US$ 1.--/Person)...auch das ist Zentralamerika.

 

Wir haben also etwas Geld gespart und waren nun an der Grenze zwischen Mexico und Belize. Leider ist uns da eine korrupte Zollbeamtin über den Weg gelaufen. Sie wollte US$ 50.--, damit sie uns einen Ausreisestempel in den Pass drückt. Nun hatten wir genau zwei Möglichkeiten: Entweder bezahlen wir das Geld, oder wir bleiben in Mexico. Wir haben uns für ersteres entschieden und das gesparte Geld gleich doppelt wieder ausgegeben...auch das ist Zentralamerika.

 

Anschliessend führte uns die Reise mit uralten und klapprigen Bussen durch das halbe Land. Die ehemaligen amerikanischen Schulbusse haben durchgesessene Sitze, kaputte Fenster, kaum noch funktionierende Stossdämpfer, sind ziemlich schmudelig und fahren im Schneckentempo. Dafür weht einem der Fahrtwind in die Haare und man reist mit den Einheimischen zusammen...auch das ist Zentralamerika.

 

Heute besuchten wir mit zweistündiger Anreise im 4 x 4 Jeep mitten durch den Dschungel eine der grössten und eindrücklichsten Mayastätten - Caracol. Zur Spitzenzeit lebten hier ungefähr 160'000 Mayas. Da dieser Ort noch nicht so bekannt ist wie andere archäologische Ausgrabungsstätten in Guatemala und Mexico, waren auch nur sehr wenige Leute dort - genauer gesagt wir, zwei Deutsche und unser Führer. Eine ganze Mayastadt mitten im Urwald für uns ganz alleine...eben, auch das ist Zentralamerika.

 

Morgen fahren wir weiter über die Grenze nach Guatemala - drückt uns die Daumen!

 
Wir waren ja so etwas von bereit für die Weiterreise...

...allerdings mit diesen Bussen?

eine ganze Mayastadt nur für Jack Daniel's
 
Also dann, zuerst die Yogaübungen...
 
...oder auch so...
 
...anschliessend wieder zwei Stunden durch den Dschungel...
 
...und danach (noch fast) ein Restaurant gekauft:-)